Die Wiesnzeit ist zwar längst vorbei aber mein neues Dirndl möchte ich dir trotzdem noch zeigen. Warum ich mich im Aufwand mal wieder völlig verschätzt habe und was es beim Dirndl nähen zu beachten gibt erfährst du im Beitrag.

Als ich neulich versucht habe mir ein Dirndl zu kaufen und die meisten Modelle, die es hier in den gängigen Geschäften gab, einfach zu kurz für meine Länge waren, kam mir mal wieder eine Idee. Warum nicht einfach selber nähen? Ein Dirndl zu nähen kann ja nicht soooo schwer sein. Habe ich zumindest gedacht. Im Nachhinein gesehen, war es schon ein ziemlich aufwendiges Projekt. Ich habe einige Wochen immer mal wieder stückweise daran gearbeitet, es meistens ziemlich schnell verflucht und erst mal wieder liegen gelassen. So ein Dirndl hat nämlich wirklich viele kleine und aufwändige Details, die ich in meinem tollkühnen Plan irgendwie nicht berücksichtigt hatte.

Ein Dirndl nähen ist nicht schwer - Bild 1 | textilsucht.de

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Die richtige Stoffwahl für dein Dirndl

Bei der Stoffwahl kann man einiges falsch machen. Ist der Stoff zu schwer, fällt der Rock nicht schön. Du solltest auch darauf achten, dass der Stoff knitterarm ist. Ich habe eine Baumwoll Strech Popeline von Stenzo verwendet. Der Stoff fällt etwas weicher als eine normale Baumwolle und hat einen leichten Elastananteil. Um das Oberteil zu verstärken habe ich den Außenstoff mit einer Vlieseline bebügelt.

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Rüschen nähen ist eigentlich ganz leicht

Die Rüsche lässt sich relativ einfach selbst herstellen. Zunächst habe ich einen Stoffstreifen, der ungefähr viermal so lang ist wie der gesamten Ausschnitt, mit dem Rollsaumfuß meiner Nähmaschine versäubert. Dann habe ich mit ganz lockerer Fadenspannung und maximaler Stichlänge einmal mittig über den Stoffstreifen gesteppt. Mit Hilfe des Fadens habe ich den Stoffstreifen dann gleichmäßig zu einer Rüsche zusammen gezogen. Das Ganze funktioniert wie beim Einkräuseln, was ich in diesem Beitrag schon mal gezeigt hatte.

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Die Rüsche am Ausschnitt anzubringen war etwas tricky. Ich habe das Dirndl auf die Schneiderpuppe gehangen und habe zunächst nur die Rüsche drapiert und festgesteckt. Um den Faden zu verdecken habe ich entlang der Naht ein Bortenband aufgesteckt und die Rüsche dann mit dem Bortenband fest gesteppt.

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Paspeln, Haken und noch mehr Details

Das Paspelband habe ich in alle Teilungsnähte im Vorder- und Rückteil eingenäht. Die Miederhaken sind mit der Hand aufgenäht. Das solltest du auf jeden Fall schon machen, bevor du den Rockteil an das Oberteil annähst. So kommst du besser von der linken Stoffseite an die Haken ran und musst sie nicht durch den Futterstoff mit annähen. Du weißt ja außen hui, innen pfui kann ich nicht leiden.

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Die Dirndl-Schürze – auf die Schleife kommt es an.

Die Dirndl-Schürze sollte traditionell mit dem Saum des Kleides abschließen. Das tat meine Schürze eigentlich auch. Die Bilder habe ich aber erst gemacht, nachdem ich mein Dirndl bereits ausgeführt hatte und waschen musste. Der Stoff scheint tatsächlich noch einmal eingelaufen zu sein, obwohl er bereits vorgeschwaschen war. Ich werde wohl bei bei Gelegenheit nochmal eine neue Schürze für mein Drindl nähen.

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Jedes Jahr aufs neue stellt sich außerdem die entscheidende Frage: Auf welcher Seite trägt man eigentlich die Schleife. Links, rechts oder doch in der Mitte? Hier kannst du nochmal nachlesen welche Bedeutung hinter der Schürzenschleife steckt.

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Burda Nähanleitungen – Nähen am Limit

Mit den Burdaanleitungen stehe ich eindeutig auf Kriegsfuß. Aber nach meinem Jumpsuite im Burdastyle, war mir das zum Glück nicht ganz neu. Die einzelnen Schritte finde ich teilweise sehr kompliziert beschrieben, so dass man beim Lesen vollkommen den Überblick verliert. Ich habe mein Dirndl dann letztendlich ohne Anleitung und einfach so wie es mir logisch erschien, zusammen genäht. Auch die Maßangaben für die einzelnen benötigten Stoffteile waren etwas verwirrend und so waren meine Schürzenbänder erst einmal so lang, dass ich mich mehrfach darin einwickeln konnte. Ich musste also alles wieder abtrennen, die Bänder kürzen und nochmal annähen.

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Ein Dirndl geht immer

Auf jeden Fall ist ein Dirndl ein tolles Kleid für jede Figur. Egal ob groß oder klein, dünn oder kräftig, es steht einfach jeder Frau und macht eine schöne Figur. Mein Tipp: Wenn du dir was Gutes tun willst und ganz nebenbei noch deine Nervenstärke und Nähskills trainieren willst, näh dir ein Dirndl. Der nächste Oktober kommt ganz sicher.

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Stoff:
Strech Popeline von Der Stoffladen

Schnittmuster:
Dirndl 09/2016 #127 von Burdastyle

Shop the Look:
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Dirndlbluse

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2 thoughts on “Ein Dirndl nähen ist nicht schwer…”

  1. Hallo Julia,
    ein wunderschönes Dirndl – klasse, dass du dich an ein so große Projekt gewagt hast und es so toll aussieht. Deine Farbkombination und Stoffauswahl ist sehr schön. Ich überlege mir für nächstes Jahr auch eines zu nähen und weiß durch deine Erfahrungen worauf ich achte muss – das mit den Stoff hätte ich nicht gewusst. Danke dafür.
    Liebe Grüße
    Jana

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