Ich möchte mal eine These aufstellen in der ich behaupte, dass die meisten Menschen ihren wahren Wert nicht kennen. Aber wie definieren wir unseren Wert? Woran machen wir fest, was uns ausmacht und liegen wir mit dieser Einschätzung nicht oft fundamental falsch? Würde mehr Individualität und weniger Vergleich uns nicht weiter bringen?! 

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In unserer Leistungsgesellschaft ist es üblich sich zu vergleichen, zu messen oder einen Wert durch bestimmte Handlungen zu definieren. Wer am längsten und härtesten arbeitet oder besonders viele Abschlüsse und Qualifikationen hat, ist vermeintlich viel Wert, weil er etwas für die Gesellschaft leistet.

Schnittmuster Kleid Cariba mit gerafften Vorderteil gekürzt zum Shirt - Bild 2 | textilsucht
Foto: Schnittmuster Kleid Cariba gekürzt als Shirt

Eine anderer weit verbreiteter Irrglaube ist es, seinen Wert an Äußerlichkeiten, materiellen Dingen und Anerkennung, Kontrolle oder Macht bestimmen zu müssen. Aber ist Jemand der vermeintlich viel wert ist auch glücklich? Und lässt sich der Wert des menschlichen Lebens überhaupt berechnen und in Geld aufwiegen? Ich bin mir sicher, dass dies nicht der Fall ist!

Aber woher kommen diese Wertehaltungen? Es wird berechnet was ein Kind im Durchschnitt kostet und wie viel Geld in seine Bildung investiert werden sollte. Unser Schulsystem setzt von Anfang an auf Bewertung, Vergleich und Leistung, statt auf Individualität und Begabung. Dabei weiß doch jeder, dass ein Fisch nun mal nicht gut auf Bäume klettern kann. Ein Fisch kann schwimmen! Wenn eben dieser Fisch schwimmen soll und darf, bekommt er Lob und Anerkennung. Schafft er es nicht auf den Baum, bekommt er keine Beachtung und ist nichts wert. Eine grundfalsche Beurteilung die wir dann den Rest unseres Lebens mit uns tragen.

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Foto: Schnittmuster Kleid Cariba gekürzt als Shirt

Wäre es nicht besser davon auszugehen, dass jeder Mensch in seinem individuellen Menschsein wertvoll ist und daher Wertschätzung verdient? Egal welche Schulnoten, Abschlüsse oder Positionen er erreicht? Wir können nun mal nicht von einem Fisch verlangen, dass er klettern kann und doch setzten wir immer die gleichen Maßstäbe an. Egal ob wir einen guten Schwimmer oder eben eine Katze vor uns sitzen haben. Unser Bildungssystem prägt von Anfang an mit Bewertung und Vergleichen, statt mit Individualität Begabungen zu fördern. Das System, in das wir unsere Kinder drängen müssen, obwohl wir selbst damit nie glücklich waren und welches schon vor 20 und 30 Jahren veraltet war, soll nun die Zukunft unserer Kinder prägen?

Ich selbst war immer ein Fisch der klettern sollte und habe dabei das Schwimmen verlernt. Musste es mir erst mühsam wieder beibringen. Ein Schicksal, das ich meinen Kindern ersparen möchte! Zum Glück gibt es bereits Länder, die dies verstanden haben und inzwischen auf Zusammenarbeit anstatt Konkurrenz setzten. Leider hängt Deutschland da noch sehr weit hinterher. Von der außerordentlich streng geregelten Schulpflicht mal ganz abgesehen. Ein Umstand, den nur wir selbst ändern können, indem wir selbst etwas ändern wollen und aktiv werden.

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Foto: Schnittmuster Kleid Cariba gekürzt als Shirt

Nur wer früh genug lernt, dass er gut ist – genau so wie er ist, mit seinen ganz eigenen Talenten und Begabungen – kann seinen Wert als erwachsene Person richtig einschätzen. Und nur wer sich selbst wertschätzt, kann auch anderen Menschen wertschätzend gegenübertreten. Wir müssen diesen fremdbestimmten Rahmen nicht hinnehmen. Ich werde ihn nicht hinnehmen! Auch wenn der Weg, den wir dafür einschlagen müssen, mit Sicherheit nicht leicht sein wird.

Ich sehe und höre immer wieder Eltern, die mit dem bestehenden System unglücklich sind, ihre Kinder in die Schule schicken und später kaputt und gestresst wieder entgegennehmen. Tag für Tag, Woche für Woche. Burnout und Depressionen bei Grundschulkindern sind jetzt schon Normalität und von den heute 30 bis 40 jährigen sitzt bereits ein Großteil regelmäßig beim Psychologen. Und trotz des offensichtlichen Fehlers im System wird dieser Umstand so hingenommen. Kaum jemand hinterfragt das eigentliche Problem und noch weniger machen sich über Lösungen Gedanken. Was denkst du darüber und was würdest du dir für deine Kinder wünschen? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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Foto: Schnittmuster Kleid Cariba gekürzt als Shirt

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3 thoughts on “Was bin ich wert?”

  1. Ich habe dazu zwei Gedanken:
    1. Welche anderen Länder meinst du, in denen reagiert und alles besser gehandhabt wird? Und inwiefern läuft es dort besser? Was wird dort anders gemacht.

    2. Damit mache ich mich jetzt bestimmt angreifbar: In die Schule gehen aber nicht Fische UND Katzen. Wäre der Vergleich nicht passender, wenn nur Fische miteinerader verglichen würden? Der eine Fisch schwimmt schneller, der andere kann dafür besser Kreise schwimmen, ….? Ist es nicht so mit den Schülern? Die Menschenkinder gehen in die Schule und der eine ist besser in Mathe und der andere besser in Erdkunde?
    Ich muss aber auch sagen, dass mein Sohn noch kein Jahr ist und ich als Elternteil somit noch keine Erfahrung mit Schulkindern gemacht habe.

    Mir fällt noch etwas ein, was wieder zu deiner These passt: Das ganze Abitur wurde meines Erachtens anhand der Fähigkeit Interpretationen zu schreiben ausgemacht. Interpretationen in allen Sprachen, Geschichte, Kunst usw. Wenn man kein großes Talent hatte Interpretationen so zu schreiben, wie es beim Lehrer gut ankam, dann hätte man automatisch in all diesen Fächern keine guten Noten – die aber alle abiturrelevant waren und zählten. Das hat mich damals immer sehr gestört und ich habe es als nicht fair empfunden.

    Noch ein letzter Gedanke: Fächer wie Gartenarbeit, Hauswirtschaft etc fände ich auch sehr sinnvoll, da viele es heutzutage nicht mehr im Elternhaus lernen.

    So, das war es jetzt aber ;-)

    1. Hallo Linda, bessere wäre es einfach gar niemanden mit einander zu vergleichen.

      Ich meine Länder in denen es keine so starre Schulpflicht wie in Deutschland gibt und man andere Möglichkeiten hat auf die Talente und Fähigkeiten seines Kindes einzugehen.

  2. Ich gebe dir Recht und du weißt ja, dass meine Jungs auf eine Waldorfschule gehen. Zum Glück ist sie am Ort und ich bin wirklich glücklich damit, auch wenn es da Punkte gibt, die mich manchmal aufregen, aber es ist toll wie gut sie dort gefördert werden. Und was es allgemein für uns als Familie bedeutet. Aber hier bei uns gibt es einige Alternativen. Sei es Montessori ode andere Modellschulen. Ich bin gespannt, wie es bei euch in der Zukunft aussieht und welche Erfahrungen ihr macht.

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