Wer hat nicht schon mal vom einfachen Leben im Tiny House geträumt? Wir haben uns diesen Wunsch nun endlich erfüllt und starten mit diesem ersten Beitrag in unsere neue Beitragsreihen Leben im Tiny House. Diesmal mit den Themen Planung und Finanzierung des Tiny Houses.

Ja du hast richtig gelesen. Wir haben uns ein Haus gekauft. Wer hätte das gedacht. Haben wir doch vor drei Jahren unser Haus in Deutschland ausgeräumt, um in unseren Camper einzuziehen. Und nun ziehen wir bald wieder in einen Haus ein. Aber nicht irgend ein Haus, sondern ein Haus im Kleinformat. Ein Tiny House auf Rädern, denn so ganz wollen wir natürlich nicht auf unsere Freiheit verzichten.

Hausbeispiel Tiny House Deutschland © tinyhouse-world.de

Wir haben uns ein Haus gekauft – ein Tiny House

Unsere Reisezeit im Fendt-Caravan ist noch lange nicht vorbei. Dafür stehen noch zu viele Orte auf unserer Bucketlist. Trotzdem wünschen wir uns wieder eine Base, zu der wir immer wieder zurück kehren können. Ein Tinyhouse ist unserer Meinung nach besten dafür geeignet. Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu einem „normalen“ Haus überschaubar und man ist weiterhin flexibel.

Denn unser Tinyhouse soll zwar an einem festen Ort stehen – hat aber den Vorteil, dass wir es trotzdem jederzeit mitnehmen können, wenn es uns vielleicht in ein paar Jahren weiter treibt. So haben wir endlich eine feste Base und jederzeit einen sicheren Ort, an den wir zurück kehren können.

So ein Tinyhouse zu bauen bedarf aber einiges an Planung und Entscheidungen. Auch wir haben unser Haus einige Male um- und neu geplant bis der finale Entwurf fertig war. Ob sich dieser dann auch in der Praxis bewährt, wird sich erst noch zeigen. In unserer Beitragsserie Tinyhouse nehmen wir dich dich deshalb ab jetzt mit durch den Planungs- und Bauprozess bis zum fertigen Haus.

Planung und Umsetzung des Tiny House

Vom Wasser, über Strom bis zu Dämmung, auch wenn das Haus klein ist, sollte man sich zu allem Gedanken machen. Wir haben uns bei der Planung ganz auf die Hilfe der Tinyhouse-World verlassen. Uwe hat bereits jahrelange Erfahrung mit dem Bau von Häusern auf Rädern und produziert diese in Deutschland, Portugal und Spanien. Er weiß also bestens bescheid, wenn es darum geht die Häuser auf die jeweiligen klimatischen Besonderheiten abzustimmen und verfügt noch dazu über ein tolles Team, dass sich mit jeder Menge Herzblut und Liebe aber eben auch deutscher Gründlichkeit an den Bau macht.

Uwes Tinyhouse-World bietet verschiedene Basismodelle zu (ausstattungsabhängigen) Festpreisen an, plant und baut aber auch ganz individuell auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmte Häuser im Kleinformat. Wir haben uns als Grundmodell das Tiny-House Deutschland ausgesucht und dieses nach unseren eigenen Vorstellungen ein wenig angepasst. Wie genau unser Grundriss aussieht und was uns dabei wichtig war, kannst du im 2. Teil unserer Tiny House Reihe lesen.

Wo liegen die Unterschiede zwischen einem Tiny House und einem Wohnwagen?

Vielleicht denkst du jetzt, dass so eon Tiny House doch eigentlich genau so groß ist wie unser Wohnwagen? Was macht also den Unterschied aus?

Grundsätzlich kommen der Trailer für unser Tiny House und unser Fendt Saphir 650 SKM bei der Grundfläche beinah auf die gleiche Abmessungen. Beide sind 2,5m breit und kommen in etwa auf eine Außenlänge von 8 Metern. Während unser Wohnwagen aber nur eine nutzbare Innenraumlänge von 6,5m hat, kommt das Tiny House auf eine Innenlänge von 7,5m, was schon mal einen ganzen Meter mehr ausmacht.

Da das Tiny House aber auch über eine zweite Ebene verfügt, verdoppelt sich unser Wohnraum beinah. So haben wir endlich Platz für ein komplett ausgestattetes Bad mit vollwertiger Dusche und können eine vollwertige Küche mit Geschirrspüler einbauen. Die Schlafbereiche wandern in die zweite Ebene und schaffen so ganze vier Meter mehr nutzbare Wohnräumlänge, die Im Wohnwagen durch die Betten eingenommen wurden. So kommen wir von ca. 16m² im Wohnwagen auf knapp 30m² im Tiny House.

Einziger Haken beim Tiny House ist natürlich, dass es nicht so mobil ist, wie unser Wohnwagen. Da es auf Grund der in Europa geltenden Gewichtgrenzen für Anhänger nicht voll bestückt transportiert werden kann, muss es wie bei einem ganz normalen Umzug ausgeräumt werden, wenn man es an einen anderen Ort bringen will.

Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten für Tiny Häuser

Tiny Houses sind wie der Name schon sagt deutlich kleiner als ein normales Haus. Somit belaufen sich die Baukosten auch nur auf einen Bruchteil der normalen Kosten für eine Immobilienfinanzierung. Was auf der einen Seite ein Vorteil ist, aber macht die Finanzierung aber etwas schwieriger.

Was kostet ein Tiny House?

Im Schnitt kostet ein Tiny House zwischen 25.000€ und 65.000€ für 15m² bis 35m². Somit sind die Kosten für ein Tiny House, mit ca. 10% der Baukosten eines normalen Hauses, also deutlich niedriger. Hinzu kommt ggf. noch ein Trailer, auf dem das Tiny House auch bewegt werden kann, wie in unserem Fall. Wenn du mehr zu den Kosten erfahren möchtest, kannst du dir gerne hier den Baukostenrechner auf tinyhouse-world.de einmal anschauen.

Wie finanziert man ein Tiny House?

Tiny Houses unterscheiden sich bei der Finanzierung von einem normalen Haus, da sie normaler Weise nicht fest mit dem Baugrund verbunden sind. Somit ist eine Standart Baufinanzierung zumeist nicht möglich – außer, man hat ein eigenes Grundstück, was gegebenenfalls für die Finanzierung beliehen werden kann. Aus diesem Grund ist es in den meisten Konstellationen notwendig, einen normalen Ratenkredit für die Baufinanzierung abzuschließen.

Es gibt einige Banken, die sich auf die Finanzierung von Tiny Häusern spezialisiert haben. Hierzu gehören unter anderem die Ethik-Bank, die Umwelt Bank sowie die PSD Bank, welche dir bei der Tiny House Finanzierung behilflich sind.

Bei einer Finanzierungssumme von 60.000€ und einer Finanzierungsdauer von 10 Jahren kommt man so bei einem effektiven Jahreszins von aktuell angebotenen 2,69% auf eine monatliche Raten von 570€.

Hausbeispiel Tiny House Deutschland © tinyhouse-world.de

Weitere wichtige Fragen rund ums Tiny House

Und was gibt es sonst noch rund um das Tiny House wichtiges zu beachten? Die meist gestellten Fragen haben wir dir hier noch einmal zusammen getragen.

Wie wird im Tiny House gekocht und geheizt?

Natürlich gibt es die Möglichkeit ganz normal mit Strom zu kochen. Wir haben uns aber dazu entschieden beim Kochen und der Warmwasseraufbereitung auf Gas zu setzen. Zum Heizen im Winter verwenden wir einen kleinen Holzofen. Hierzu gibt es in Kürze auch noch einen eigenen Beitrag.

Darf ich ein Tiny House auf Rädern überall abstellen?

Ja und nein. Grundsätzlich gilt: wer ein in Deutschland ein Tiny House auf einem Grundstück stellen und darin wohnen möchte benötigt eine Baugenehmigung. Leider tun sich einige Bauämter hier noch sehr schwer und nur wenige Gemeinden haben bisher das große Potenzial der kleinen Häuser entdeckt und verstanden. Es gibt aber inzwischen schon die ersten kleinen Tiny House Siedlungen, in denen man ganz legal sein Mini Haus abstellen kann.

Woher kommen Strom und Wasser im Tiny Haus?

Wie jedes andere Haus auch, benötigt eine Tiny Haus einen Strom- und Wasseranschluss. Grundsätzlich ist es aber auch möglich ein Tiny autark über Solarstrom und Batterien mit Elektrizität zu versorgen und einen Wassertank einzubauen, um zumindest kurzzeitig ohne externe Versorgung klar zu kommen. Dies kann besonders in Regionen mit eingeschränkter Versorgung notwendig sein um beispielsweise Stromausfälle zu überbrücken.

Wie kann man ein Tiny House versichern?

Die normale Wohngebäude- und Hausratversicherungen greifen bei mobilen Tiny Häusern leider nicht, da diese zumeist in den Klauseln ausgeschlossen sind. Wenn du trotzdem deine kleines Haus und auch dessen Inhalt versichern möchtest gibt es aber einige Versicherer die sich auf Tiny Houses spezialisiert haben.

Möchtest du mehr über das Leben im Tiny House erfahren?

Im nächsten Teil unserer Tiny House Reihe geht es um die Einrichtung unseres Tiny Houses. Möchtest du mehr über unser Abenteuer Tiny House erfahren und uns Schritt für Schritt bei der Entstehung, Einrichtung und unserem Leben im Tiny House begleiten? Dann schau unbedingt auch später wieder hier vorbei und lies mehr im nächsten Teil unserer Tiny House Reihe auf dem Blog.

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1 Kommentar zu „Unser Tinyhouse – Teil 1: Planung und Kauf“

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