Das alte "normale" Leben hinter sich lassen und als modern alternative Freilerner Familie noch einmal nu durchstarten. Belle, ihr Mann und ihre drei Kinder wollten diesen Traum endlich leben und haben 2018 alles hinter sich gelassen und sich Schritt für Schritt in ein neues, freies Leben gewagt.

Sich als Familie komplett neu zu organisieren und gemeinsam in ein neues, unbekanntes Leben aufzubrechen braucht nicht zwangsläufig Mut. Sehr oft ist es eine notwendige Entscheidung. Denn: wenn du wirklich etwas ändern willst, musst du dich und deine Lebensumstände zwangsläufig anpassen.

Spannender Weise sind fast immer die Kinder zukünftiger Reisefamilien Auslöser die eigenen Lebensumstände neu zu bewerten und schlussendlich lange gehegte Träume und Visionen in die Tat umzusetzen. So war es auch bei Belle, die nicht länger, in der für sie und ihre drei Kinder unbefriedigenden Situation verharren wollte und sich 2018 mit ihrem Mann und den Kindern in ein neues Leben aufgemacht hat.

Mehr über ihr neues turbulentes, nervenauftreibenden aber eben auch wunderschönes Leben im Wohnmobil findest du auf ihrem Blog, auf ihrem Instagram Kanal und hier in diesem Beitrag aus meinen Vanlifestorys.

Seit wann seid ihr unterwegs und mit wie vielen Kindern reist ihr? Was hat euch dazu bewegt?

Wir leben und reisen seit August 2018 mit unseren drei Kindern Vollzeit im Wohnmobil durch Südeuropa. Unsere Kinder wachsen frei von Fremdbetreuung auf. Der Wunsch unserer Kinder, nach einer freien selbstbestimmten Kindheit, hat uns dazu bewogen, uns ein neues Leben zu kreieren. Wir wollten uns zudem nicht mehr unternehmen lassen, sondern Unternehmer unseres Lebens werden.

Plan A war eigentlich nach Frankreich auszuwandern, um unseren Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich frei zu bilden. Das Leben hatte aber einen anderen Plan für uns vorgesehen. Und so haben letztlich all unser Hab und Gut in Deutschland aufgelöst und sind ins Wohnmobil gezogen. Im Dezember 2018 bekamen wir dann noch Familienzuwachs: Ein hübsches Boxermädchen fand bei uns ein neues Zuhause.

Welche Länder habt ihr bereits bereist? Wo hat es euch am besten gefallen und warum?

Wir läuteten unsere Reise mit einem Besuch auf dem Schulfreifestival ein. Eine wunderbare Erfahrung und wunderbarer Austausch mit vielen Gleichgesinnten, wo wir auch einige super Reisetipps bekommen haben. Anschließend ging es einmal quer durch Frankreich, über Nordspanien durch Portugal runter an die Algarve und im Anschluss durch Südspanien. Dann ging es weiter nach Italien und Sizilien. Nach dem ersten Lockdown, den wir in Kalabrien verbrachten, fuhren wir weiter nach Slowenien, Österreich und jetzt sind wir seit bald 10 Monaten in Griechenland.

Unseren Kindern hat es in Portugal am besten gefallen. Mein Mann und ich waren ebenfalls sehr angetan von Portugal. Die Landschaft ist einfach ein Traum, mein Mann und die Kinder Kinder haben das Bodyboarden für sich entdeckt und es war alles so multikulturell. Menschen aus aller Herrenländer.

Mit persönlich gefällt Griechenland aber auch sehr gut. Hier bin ich zum ersten mal überhaupt richtig im Meer schwimmen gegangen, weil die Wassertemperaturen für mich als Warmduscher total perfekt sind. Das Freistehen ist hier in Griechenland auch noch überall möglich bzw. wird geduldet, was in Portugal ja leider nicht mehr der Fall ist.

Welche Reiseziele stehen noch auf eurer Bucketlist?

Wir haben noch so viele Länder nicht gesehen und wollen noch so viel sehen. Auch außerhalb Europas. Russland, Kasachstan, Sibirien, Monoglei finde ich total spannend aber auch eine Tour durch Afrika, USA, Kanada, Australien etc. Dazu bräuchten wir allerdings ein richtiges Allradfahrzeug. Mit unserer Emma wären Offroadtouren nicht möglich.

Was war euer schönster Reisemoment?

Unser schönster Reisemoment war in Portugal am Praia dos Tomatos, als wir in Gemeinschaft mit vielen anderen reisenden Familien standen und erkannt haben, wie viele Menschen sich wie wir auf den Weg in ein freies, selbstbestimmtes Leben gemacht haben und welche unterschiedlichen Geschichten sie in sich trugen, dass sie sich für diesen Weg entschieden haben. Das war sehr inspirierend. Mit vielen von ihnen sind wir bis heute in sehr gutem Kontakt oder treffen uns immer wieder irgendwo auf unserer Reise wieder.

Wir hatten aber soooooo viele unvergesslich schöne Reisemomente, wo wir zufällig ganz tolle Menschen kennengelernt haben, aus denen richtig feste Freundschaften geworden sind, die wir bis heute pflegen.

Wohnwagen oder Wohnmobil? Wie reist ihr und warum habt ihr euch genau dafür entschieden?

Wir reisen im Wohnmobil. Warum? Weil wir von vorherein vorwiegend frei stehen wollten und das mit Wohnwagen a) ungeeignet (zu wenig Zuladung, Wassertank zu klein) und b) verboten ist. Auch wenn es einige trotzdem machen.

Was muss unbedingt mit auf die Reise?

Im Nachhinein hätten wir uns direkt einen Wasserfilter eingebaut. Ganz wichtig: verschiedene Gasadapter zum Tanken und eine sehr gute Solaranlage, wenn man gerne autark sein möchte. Für uns als 5-köpfige Familie finde ich unsere Campingwaschmaschine eine große Erleichterung und genauso der Thermomix. Die Kinder profitieren immer wieder davon, dass sie ihre Fahrräder mit dabei haben und auch während des ersten Lockdowns waren wir froh, die Räder dabei zu haben mit denen wir zum Einkaufen gefahren sind, weil wir unser Wonmobil nicht vom Campingplatz bewegen durften.

Was war das bisher grusligste Erlebnis auf eurer Reise?

Das gruseligste Erlebnis auf unserer Reise fand auf Sizilien statt. Wir standen auf einem Restaurantparkplatz 10 Minuten fußläufig der natürluchen heißen Quellen von Seguesta als unmittelbar neben uns (der riesige Parkplatz war komplett frei) zwei Männer mit ihrem Auto parkten, einen Hund rausholten und diesen vor unseren Augen (wir waren alle zum Glück im Wohnmobil) erschossen haben. Es fielen zwei Schüsse. Einer war gerichtet in die Richtung unseres Hundes, der gerade an der Langlaufleine draußen am Wohnmobil herumlieft.

Vor Schreck kam sie zitternd und ängstlich zum Wohnmobil gerannt und jaulte um reingelassen zu werden. Die Männer packten den Hund in den Kofferraum und fuhren wieder weg. Und wir ein paar Minuten später auch. Ohne Rückkehr. 🤣 Das war für uns das Zeichen, dass es nach 3 Monaten Sizilien Zeit ist aufzubrechen. Ca. zwei Wochen später wurde im Westen Lockdown eingeläutet und wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. 

Möchtest du noch mehr tolle Menschen kennenlernen, die ihr Glück auf Reisen gefunden haben?

In meiner neuen Beitragsreihe Vanlife Familien im Interview erfährst du mehr über die Beweggründe und das Leben auf Reisen, in meiner Beitragsreihe Starke Frauen stelle ich dir tolle Frauen und ihre Projekte vor und in unserem Reiseblog findest du noch jede Menge weitere Beiträge rund ums Reisen.

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