Die Nähmaschinennadel ist ein wichtiges Element, wenn es ums Nähen geht. Doch bei der großen Auswahl an unterschiedlichen Nähnadeln, ist es gar nicht so leicht den Überblick zu behalten. Damit du den Überblick nicht verlierst, gebe ich dir hier einen Überblick über die verschiedenen Nadelarten und Nadeltypen und erkläre dir, worauf es bei der Wahl der richtigen Nähmaschinennadel ankommt.

Die Nähnadel ist ein entscheidender Faktor, damit dein Nähprojekt zum Erfolg wird. Die Auswahl der richtigen Nähmaschinennadel beeinflusst die Nähnaht und somit auch das Nahtbild. Doch fragst du dich auch manchmal, welches ist eigentlich die richtige Nähmaschinennadel für mein Projekt?

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Wie findest du die richtige Nähmaschinennadel?

Die Nähnadel ist ein wichtiges Element, wenn es ums Nähen geht. Doch bei der großen Auswahl an unterschiedlichen Nähmaschinennadeln, ist es gar nicht so leicht den Überblick zu behalten. Damit du den Überblick nicht verlierst, gebe ich dir hier eine Übersicht, die dir bei der Auswahl der richtigen Nähnhelfen soll.

Die Nähnadel unterscheidet sich grundsätzlich durch Nadeltyp, Nadelsystem und Nadelstärke. Um mit diesen drei Faktoren, die für dich und dein Projekt passende Nadel zu finden, musst du sie an Anwendungsbereich, Material, Maschine und Garn anpassen. Dann musst du noch wissen, was die verschiedenen Zahlen auf der Verpackung bedeuten und schon ist alles ganz einfach.

→ Mehr über Nähmaschinen und die 10 wichtigsten Auswahlkriterien für deine Nähmaschine kannst du hier lesen.

Aufbau der Nähmaschinennadel

Die Nähmaschinennadel ist eine Weiterentwicklung der Handnähnadel. Die handelsübliche Nähmaschinennadel ist gerade und besteht aus einem Kolben, dem Schaft, der Fadenrinne, der Hohlkehle, dem Nadelöhr und der Nadelspitze.

Aufbau einer Nähmaschinennadel

 

Was ist ein Nadelsystem?

Bei einem Nadelsystem handelt es sich um nichts anderes als die Ausführung des Nadelkolbens. Also dem Kopf der Nähmaschinennadel. Hier unterscheidest du zwischen Rund – und Flachkolben. Welches Nadelsystem du verwendest ist abhängig von deiner Nähmaschine. Die jeweilige Bezeichnung des Nadelsystems findest du auf der Verpackung der Nähnadel.

Rundkolben findest du überwiegend an älteren Haushaltsmaschinen und Industrienähmaschinen. Overlock- und Coverlocknähmaschinen benötigen auch Nadeln mit Rundkolben. Die Bezeichnung für Rundkolben ist 287 WH/1738. Flachkolben sind die heute gängigen Nadelsysteme bei Haushaltsmaschinen. Durch den abgeflachten Kolben auf der Rückseite der Nadel, ist es einfacher die Nadel richtig einzusetzen.

Die Standardkennzeichnung für Flachkolben ist 130/705 H, wobei das H für Hohlkehle steht. Zusätzliche Buchstaben hinter dem „H“ lassen auf den Nadeltyp schließen. z.B. 130/705H-J  hier steht das „J“  für die Jeansnadel. Manche Overlock- bzw. Covermaschinen benötigen das System ELx705 Nadeln mit einer zweiten Fadenrinne für die Bildung der Kettstiche.

→ Wofür sind die verschiedenen Sticharten deiner Nähmaschine gut sind und welche es gibt? Hier in der Nähschule erkläre ich es dir.

Welche Nähmaschinennadel für welchen Stoff?

Die verschiedenen Nadeltypen unterscheiden sich entweder darin, für welches Material sie geeignet sind, wobei hier die Nadelspitze eine entscheidende Rolle spielt, und oder dem Anwendungsbereich. Auch die Bezeichnung der verschiedenen Nadeltypen findest du auf der Verpackung der Nähmaschinennnadel. Wenn du mehr über die verschiedenen Stoffarten, deren Eigenschaften und Verwendung erfahren möchtest, schau dir auch diesen Beitrag aus meiner Nähschule an.

Die verschiedenen Nadelarten/Nadeltypen in der Übersicht

In der folgenden Übersicht zeige ich dir die unterschiedlichen Nähmaschinennadeln, welche sich in Nadelarten und -typen unterscheiden und erkläre dir auch gleich, für welche Stoffe die verschiedenen Nähmaschinennadeln verwendet werden.

» Universalnadel 130/705H

Die Universalnadeln*  hat eine leicht gerundete Spitze. Du kannst sie für zahlreiche Näharbeiten und Materialien einsetzen, vor allem aber für Webware.

» Jeansnadel 130/705H-J

Die Jeansnadel*  wird für Jeansstoffe und ähnlich feste Gewebe eingesetzt z.B. Canvas. Die Besonderheit ist der verstärkte Schaft, der dafür sorgt, dass die Nadel nicht so leicht bricht. Die mittlere Kugelspitze kann leicht durch das feste Gewebe dringen.

» Jerseynadel 130/705H-SUK

Die Jerseynadel*  hat eine runde Nadelspitze und wird für Strick- und Wirkware wie Jersey eingesetzt. Die runde Spitze sorgt dafür, dass das Material am Einstich verdrängt wird und nicht zerstört, um so Laufmaschen zu vermeiden.

» Stretchnadel 130/705H-S

Die Stretchnadel*  hat eine mittlere Kugelspitze und eignet sich besonders für elastische und hochelastische Maschenware wie z.B. Lycra. Auch hier wird das Material beim Einstich verdrängt.

» Ledernadel 130/705H-LL

Die Ledernadel*  hat eine sogenannte Schneidspitze, mit der sie durch das feste Leder dringt. Die Ledernadel kannst du bei Leder oder sehr festem Kunstleder verwenden. Bitte verwende die Nadel nicht bei Strick- oder Webware, weil die Spitze das Material zerstört. Auch beim auftrennen der Naht bleiben Löcher zurück.

» Microtexnadel 130/705H-M

Die Microtexnadeln*  hat eine besonders schlanke Spitze und eignet sich so für sehr feine oder dicht gewebte Materialien wie Seide, Chiffon und Mikrofasergewebe. Auch für beschichtete Materialien wie Folien und Kunstleder wird sie eingesetzt.

» Steppnadel/Quilt 130/705 H-Q

Die Steppnadel*  wird auch häufig als Quilt-Nadel bezeichnet. Die schlanke leicht gerundete Spitze dringt leicht durch die drei Lagen eines Quilts, ohne die Stoffe zu beschädigen.

» Nachstick-Nadel 130 N

Das besondere an der Nachsticknadel*  ist das lange Nadelöhr. Die Nachsticknadel eignet sich besonders gut für dickes Garn wie zum Beispiel Ziergarne.

» Metallicnadel 130 MET

Die Metallicnadel*  ist speziell für Metallicgarne geeignet. Durch das lange Nadelöhr kann das Garn gut hindurchgleiten und verhindert so das ständige reißen.

» Doppelöhrnadel 705 DE

Die Doppelöhrnadel*  hat zwei übereinanderliegende Nadelöhre, dadurch ist die Folge der Fäden immer festgelegt. Eignet sich um Farbeffekte bei Zierstichen zu erhalten.

» Öhrschlitznadel 705 HDK

Die Öhrschlitznadel*  hat einen kleinen Schlitz an der Seite des Nadelöhrs, wodurch das Einfädeln zum Kinderspiel wird. Besonders eignet sich die Nadel dann, wenn du oft das Garn wechseln musst.

» Zwillingsnadel

Die Zwillingsnadel*  gibt es ist auch in verschiedenen Ausführungen und sie ist für fast alle Materialien erhältlich. Es gibt Zwillingsnadeln mit unterschiedlichem Nadelabstand und in unterschiedlichen Nadelstärken. Eingesetzt werden sie für Ziernähte, Saumnähte und zum absteppen.

» Universal-Drillingsnadel

Die Universal-Drillingsnadel*  ist hauptsächlich für Gewebe geeignet. Es gibt sie mit unterschiedlichem Nadelabstand, wobei jede Nadel eine Stärke von 80 hat. Auch hier sind Saum- und Ziernähte das Haupteinsatzgebiet.

» Overlock/Coverlocknadeln

Die Overlock/Coverlocknadeln*  sind Spezialnadeln, meist mit einer zweiten Fadenrille. Der Schaft ist verstärkt und die Spitze leicht abgerundet. Für eine lange Haltbarkeit sorgt die besondere Beschichtung aus Chrom. Um Fehlstiche zu vermeiden ist hier die richtige Auswahl besonders wichtig. Hinweise dazu findest du auch in der Anleitung der Maschine.

→ Nähschule: Wofür gibt es eigentlich so viele Nähfüßchen? In diesem Beitrag erkläre ich es dir.

Wie findet man die richtige Nadelstärke?

Nähmaschinennadeln gibt es nicht nur für verschiedene Stoffarten, sondern auch in unterschiedlichen Stärken. Die Nadelstärke solltest du immer der Dicke des Stoffes anpassen. Als Faustregel gilt: je feiner und dünner der Stoff, desto niedriger sollte die Nadelstärke sein. Denn je dicker die Nadel ist, umso größer ist auch das Einstichloch.

Zusätzlich solltest du auch die Nadelstärke der Nämaschinennadel mit dem Nähgarn abgleichen. Auf der Verpackung der Nadel kannst du z.B. folgende Angaben zur Nadelstärke finden 70/10, 90/14 oder 100/16. Doch was genau bedeutet das?

Was bedeutet die Zahl auf der Nähmaschinennadel?

Diese Zahlen auf der Nähmaschinennadel geben die Stärke, also die Stichlochgröße im Material an. Die erste Zahl ist die metrische Nummer (NM). Sie gibt den Durchmesser der Nadel in 1/100 mm an. Das ist auch die für die handelsüblichen Maschinen relevante Zahl.

Die zweite Zahl auf der Nähnadel gibt die alte Singer-Kennzeichnung an, die heute aber nur noch in Amerika und Asien verwendet wird. Die Nadelstärken reichen von 60 bis 120 oder sogar 130  je nach Nadeltyp. Für dünne Stoffe wie Jersey kannst du 70er oder 80er Nadel verwenden. Dickere Stoffe nähst du mit einer 90er oder 100er Nadel.

→ Nähschule: Welches Garn eignet sich für welche Naht? Hier kannst du es nachlesen.

Woran kann man erkennen, welche Nähnnadel in der Nähmaschine ist?

Hast du auch schon mal vergessen, welche Nähmaschinennadel vom letzten Projekt noch in der Nähmaschine steckt? In dem Fall gibt es verschiedene Möglichkeiten das herauszufinden. Am besten nimmst du dir eine zweite Nähmaschinennadel zum direkten Vergleich.

Zu vergleichen gilt: der Abstand zwischen Nadelspitze und Nadelöhr, die Dicke der Nadel, die Größe des Nadelöhrs und die Nadelrillen deiner Nähmaschinennadel. Du kannst auch mit dem Finger vorsichtig auf die Nadelspitze drücken um zu testen, ob sie besonders spitz oder eher stumpf ist.

Die Firma Schmetz hat praktische Farbmarkierungen auf den Nähmschinennadeln zur Erkennung des Nadeltyps und der Nadelstärke. Bei anderen Nadelherstellern ist die Kennziffer der Nadelstärke auf die Nadel geprägt, hier hilft dir am besten eine Lupe zum entziffern.

Um dem vorzubeugen, solltest du die Nähmaschinennadel am besten immer in der Originalverpackung aufbewahren oder du überlegst dir ein eigenes Kennzeichnungsystem für deine Nähnadeln. Es gibt auch sogenannte Nadelmerker, die du ganz leicht selber machen kannst.

→ Nähschule: Alle Nähbegriffe von A bis Z leicht verständlich erklärt

Wie oft muss ich die Nähmaschienennadel wechseln?

Nähmaschinennadeln sind Verschleißmaterial. Es ist wichtig, die Nähnnadel regelmäßig auszutauschen und vor jedem Projekt zu überprüfen. Um festzustellen, ob deinen Nähmaschinennadel noch in Ordnung ist, fährst du mit dem Finger von allen Seiten über die Nadelspitze. Sind dabei Unregelmäßigkeiten zu spüren, ist die Nadel nicht mehr intakt und sollte gewechselt werden.

Ist die Nähmaschinennnadel leicht verbogen, entsteht das Risiko, dass die Nähnnadel auf die Stichplatte trifft und bricht. Auch hier solltest du unbedingt die Nähnnadel wechseln. Je nach Qualität halten sie mal ein paar Monate, mal nur ein Projekt lang. Ist eine Nadel auf einen Widerstand getroffen (Knopf, Stecknadel) sollte sie besser ausgetauscht werden.

Macht eine Nähmaschinennadel beim Nähen seltsame Geräusche oder werden Stiche ausgelassen, dann ist die Nadel meistens zu stumpf und du solltest sie austauschen. Gewöhn dir an, die Nadel regelmäßig auszutauschen. Deine Nähmaschine wird es dir danken.

→ Nähschule: Wie du deine Nähmaschine richtig reinigst und pflegst, kannst du hier nachlesen.

Mehr lesenswerte Beiträge rund um Nähen (lernen) findest du in meiner Nähschule

Möchtest du noch mehr Tipps und Trick lernen? Dann schau dir auch die weiteren Beiträge aus meiner Nähschule an. Hier zeige ich dir alles was du rund um das Thema Nähen wissen musst. Die passenden Schnittmuster zum ausprobieren findest du in meinem Onlineshop.

Alles was du über Nähnadeln wissen musst

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