Wir haben bereits einiges an Campingerfahrung. Als wir noch keine Kinder hatten sind wir immer mit dem Zelt los gezogen. Nachdem die Kinder geboren wurden haben wir eine Weile ausgesetzt, da beide als kleine Babys nicht gerne Auto gefahren sind und wir nur Urlaub an der Ostsee gemacht haben oder nach Mallorca geflogen sind. Und mal ehrlich, wer will schon in Deutschland campen? Ich kann mich an einige ziemlich verregnete Zelturlaube mit Schüsseln auf der Matratze erinnern.

Inzwischen fahren die Mäuse ganz gut und gerne Auto, so dass wir uns bereits letztes Jahr mit Campingsachen im Gepäck endlich mal wieder auf zum Gardasee gemacht haben. Dieses Jahr haben wir uns dann einen T6 California Campervan gemietet und haben einen kleinen Roadtrip durch die Toskana gemacht.

Die erste Nacht im VW California schlafen am Straßenrand

Nach dem wir etwas müde und im Schnellverfahren den Bus gepackt hatten, da wir direkt von einer Hochzeit kamen, ging es auch schon los Richtung Bayern zu einer Familienfeier. Hier haben wir dann die erste Nacht im Bus direkt auf einem Parkplatz an der Straße verbracht. Das war eher weniger erholsam aber die Kinder waren am Abend oben im Bus eingeschlafen und wir wollten sie nicht noch einmal wecken um einen anderen Stellplatz zu suchen.

Mit nachgeholtem Schlaf haben wir uns am nächsten Abend dann gegen 21 Uhr in Richtung Italien aufgemacht. Der Plan war, die Nacht mit schlafenden Kindern bis zum Gardasee durchzufahren. Das Ganze hat auch, wie bereits im letzten Jahr, ganz gut geklappt. Kurz vor dem Ziel mussten wir dann eine etwas längere Pause einlegen, weil wir in ein ziemlich heftiges Gewitter geraten sind und die schlechte Witterung in Kombination mit Müdigkeit nicht so gut war.

Unser erstes Etappenziel: Der Gardasee

Unser erstes Etappenziel war Camping Romantica in Manerba del Garda. Da waren wir bereits einige schöne Urlaube verbracht. Der Campingplatz ist bereits etwas in die Jahre gekommen aber dafür war er immer relativ günstig, hat große Stellplätze auf Rasen und liegt direkt am Wasser.

Und das Beste: Es gibt keine Animation oder sonstiges Unterhaltungsprogramm. Da die Italiener ja scheinbar darauf stehen, ihre Kinder Rund um die Uhr zu bespaßen ist es gar nicht so einfach einen Platz zu finden, wo nicht so viel Trubel ist.

Das Wetter war, wie das am Gardasee schon mal sein kann, ziemlich durchwachsen und wir hatten neben warmen, sonnigen Tagen auch wieder einige Gewitterschauer und stürmische Nächte. Also haben wir zugesehen, dass wir fix weiter in Richtung Süden kommen. Wie wir bei der Abreise feststellen musst, hatte Camping Romantica die Preis ordentlich angezogen und verlangt nun stolze 65 pro Nacht für vier Personen. Das ist ein Platz in diesem Zustand und mit dieser Infrastruktur definitiv nicht wert.

Da wir uns im Vorfeld nicht festlegen wollten, wie lange wir wo bleiben, haben wir keine Campingplätze vorgebucht. Im Nachhinein war das eine kleine Herausforderung, da im August ganz Italien Urlaub macht und so ziemlich jeder Platz ausgebucht ist. Normalerweise wären wir auch nicht im August gefahren aber es ging diesmal auf Grund verschiedener Termine einfach nicht anders.

Wir hatten uns einige Plätze entlang der Etruskischen Küste über Camping.info oder Google Maps rausgesucht und sind diese dann nacheinander abgefahren. Die meisten Plätze in dieser Region sind sehr groß mit bis zu 400 und mehr Stellplätzen. Die einzelnen Parzellen recht klein und die Laufwege innerhalb des Platzes zu den Toiletten, Strand oder Einkaufen sehr lang. Aus Bequemlichkeit hatten wir nur die Fahrräder der Kinder aufgeladen und unsere zu hause gelassen, da eh keine Radtouren geplant waren. Auf diesen riesigen Campingplätzen sollte man aber auf jeden Fall ein Fahrrad dabei haben. Zum Schluss sind wir dann auf dem Platz Camping Continental bei Donoratico gelandet.

Camping Toskana: Camping Continental bei Donoratico

Es ist auch ein relativ großer Campingplatz mit überwiegend Einheimischen Dauercampern und der typisch Italienischen Animation aber wir konnten einen Stellplatz direkt am Strand bekommen und mit 50 Euro für 4 Personen und Camper war es im Vergleich auch noch relativ günstig. Das Stehen direkt am Strand war einfach traumhaft. Die Nächte waren schön luftig und angenehm kühl, wir sind jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen schwimmen gegangen und konnten Abends den Sonnenuntergang beobachten.

Allerdings standen wir dafür auch direkt in der prallen Sonne, unser Vordach war der einzige Schattenspender und die Temperaturen sind immer weiter bis an die 40 Grad Marke gestiegen. Außerdem war da noch dieser Sand! Ganz feiner, mittags unerträglich heißer Sand, der überall war. Jede noch so kleine Ritze im Bus war versandet. Ich denke ohne Kinder ist so ein Platz wirklich toll aber mit den zwei Mäusen war es schon etwas schwierig. So entschieden wir uns nach vier Tagen noch etwas weiter südlich zu fahren und einen Platz mit Schatten und etwas weniger Sand zu suchen.

Wir sind einen ganzen Tag lang die Küste entlang einen Platz nach dem anderen angefahren aber entweder waren alle Plätze belegt oder der Platz war so eng und voll, dass wir nicht bleiben wollten.

Schlussendlich haben wir kurzerhand entschieden wieder auf unseren Sonnenplatz direkt am Strand zurück zu fahren.

Die etruskische Küste ist wirklich sehr schön und hat vor allem lange und breite Strände. Das Meer war aber oft sehr unruhig und aufgewühlt. Man konnte zwar super auf den Wellen surfen aber zum Schnorcheln war es überhaupt nicht geeignet.

Wir haben uns dann noch einige Tage mit unserem heißen Sandplatz arrangiert bis es weiter auf die Insel Elba ging. Die Überfahrt nach Elba war unkompliziert. In der Hochsaison fahren die Fähren jede halbe Stunde und für die kleinen Passagiere gibt es sogar einen Spielbereich.

Für unsere erste Station auf Elba hatten uns zunächst den Campingplatz La Foce in Marina di Campo rausgesucht.

Camping Elba: La Foce in Marina di Campo

Was auf der Internetseite des Campingplatzes wirklich vielversprechend aussah, entpuppte sich dann leider als recht eng und stickig. Zwar war der Platz an sich recht schön, nur waren die Parzellen mit nur 5x5m für einen Van und die restliche Ausrüstung einfach viel zu eng.

Leider lag der Campingplatz auch noch direkt in der Einflugschneise des Flughafens und das Wasser am Strand war auch hier wieder stark verschmutzt. Zudem war der Strand wirklich total überfüllt. Also nicht so ganz das, was wir uns vorgestellt hatten. Dafür hat der Ort Abends etwas zu bieten. Jede Menge Bars, Restaurants und viele kleine Läden, die bis spät in die Nacht geöffnet haben. Also haben wir die Zeit einfach genutzt um den örtlichen Einzelhandel ein wenig unterstützt. 😉

Nach zwei Nächten sind wir weiter gefahren und haben den tollen Platz Camping Tallinucci in Lacona entdeckt. Dieser Campingplatz hat einfach alle unsere Wünsche auf Anhieb erfüllt. Die Bucht von Lacona ist etwas kleiner als in Marina di Campo und hat eine Mischung aus Stein- und Sandstrand. Das Wasser hier ist einfach traumhaft! Glasklar und nur selten Wellen. Perfekt zum Schnorcheln.

Camping Elba: Platz Camping Tallinucci in Lacona

Nachdem die Plätze entlang der etruskischen Küste größtenteils nicht so unser Fall waren, haben wir uns schon gefragt ob wir überzogene Ansprüche haben oder warum es denn so schwierig ist einen schönen Platz zu finden. Aber es gibt sie dann zum Glück doch noch, die kleinen feinen Plätze wie Tallinucci. Der Platz war sauber und ordentlich, die Laufwege kurz und er liegt direkt am Strand. Es gibt einen kleinen Spielplatz und keine nervige Animation.

Die Bucht von Lacona ist wunderschön zum Schwimmen und Schnorcheln. Der Strand ist eine Mischung aus Sand- und Steinstrand und das Wasser ist türkisblau und glasklar wie man es von der Postkarte kennt. Direkt am Campingplatz gibt es eine kleine Strandbar bei der man auch SUPs, Kanus und Tretboote ausleihen kann. Das Tretboot mit Rutsche war bei und natürlich der Favorit.

Die Heimreise in Etappen

Nach 9 schönen Tagen ging es dann für uns wieder mit der Fähre aufs Festland und dann Richtung Gardasee um die Heimreise, verteilt über mehrere Etappen, anzutreten. Die Fahrt bis zum Gardasee verlief auch ohne große Probleme aber die Platzsuche stellte sich wieder als kleine Herausforserung dar. Wir wollten eigentlich gar nicht wieder direkt an den See, sondern auf einen Agricampingplatz in den Weinbergen.

Leider waren auch hier alle gute Plätze wieder belegt und der einzig freie auf der Strecke lag direkt an der Autobahn. Nach gefühlten stundenlangen suchen nach einem geeigneten Stellplatz sind wir dann ziemlich genervt wieder in altbekannte Regionen nach Manerba del Garda gefahren. Eigentlich ein kleiner Umweg aber dadurch haben wir einen ganz tollen neuen Campingplatz entdeckt. Wir haben noch zwei Tage auf dem Platz Rio Ferienglück verbracht. Hier gibt es große Stellplätze, einen Pool, moderne Duschen, Seeblick und das für sagenhafte 37,50 Euro pro Nacht.

Das letzte Etappenziel vor Zuhause war Rosenheim in Bayern. Wir haben hier bei gemütlichen 8 Grad eine Nacht auf dem Platz Kaiser Camping verbracht. Der Temperaturschock von durchschnittlich 35 Grad auf unter 20 Grad in Deutschland war schon heftig. Der Campingplatz ist relativ groß und scheint sehr beliebt als Zwischenstopp für eine Nacht zu sein, da er so verkehrsgünstig an der Strecke nach Italien liegt. Es gibt einen Spielplatz, Pool und ein Restaurant sowie einen kleinen Ponyhof. Also alles, was man braucht um die Kinder schon mal wieder langsam an die Heimat zu gewöhnen.

Hier findest du einige Dinge, die für so einen Trip mit Kindern sehr nützlich sind.

Unser Fazit

Weniger ist mehr! Auch wenn wir versucht haben, wirklich wenig einzupacken, waren dann doch noch einige Sachen zu viel mit an Bord, die ständig irgendwo verräumt werden mussten und im Weg waren. Auch was Kleidung betrifft hatte ich zu viel eingepackt, da wir überwiegend den ganzen Tag Badesachen getragen haben. Außerdem bietet eigentlich jeder Campingplatz eine Waschmöglichkeit, wenn auch die Preise zwischen 3 und 10 Euro pro Waschladung teilweise sehr variieren. Außerdem ist es ratsam, wenn möglich, außerhalb der Hauptsaison zu reisen da die Platzsuche sich dann wesentlich einfacher gestaltet. Leider hatten wir etwas Probleme mit unserem Mietbus vom Autohaus Glinicke. Das Fahrzeug wurde das vor der Übergabe nicht ordentlich durch gecheckt und uns ist unterwegs, mehrfach der Strom und dadurch die Kühlung und das Licht ausgefallen. Im Anschluss gab es dann auch noch Unstimmigkeiten bezüglich der Reinigung des Fahrzeuges. Du solltest also deinen Mietwagen besser vor Reiseantritt noch einmal intensiv prüfen und die Bedingungen des Mietvertrages vorher noch einmal sehr genau unter die Lupe nehmen. Offene Fragen besser direkt schriftlich im Vertrag fixieren. Dann kann auch fast nichts mehr schief gehen.

Einen ausführlichen Bericht über unseren Camper und die verschiedenen Campingplätze findest du in Kürze auf unserem Blog www.familyportrait.de.

linked: Freutag

3 thoughts on “Unser Italien-Roadtrip : 4 Wochen Leben im Bus”

  1. Liebe Julia,
    was für eine tolle Erfahrung, die du mit uns hier teilst! 🙂 ich selbst würde gerne auch einmal solch einen Trip mit einem Campingauto unternehmen. Einfach ein paar Wochen raus aus dem Alltag und sehr spontan zu sein stelle ich mir unheimlich aufregend und spannend vor. 🙂 allerdings ist mein Liebster kein Fan von solchen Aktionen….schade. aber vielleicht…eines Tages, kann ich ihn dazu überreden 🙂 .
    Liebste Grüße, Inka

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