Mutter-Kind Kur: Unsere Zeit im Alpenhof Rettenberg

Unsere Krankenkasse hatte uns im vergangen Sommer vier Wochen Mutter-Kind-Kur im Allgäu genehmigt. Im Februar war es endlich soweit. Warum wir allerdings schon nach drei Wochen wieder Zuhause waren erfährst du im Beitrag.

Wer das Wort Mutter-Kind-Kur hört denkt zunächst an Erholung Pur. Obwohl ich wusste, dass die Zeit mit zwei kleinen Kindern allein auch anstrengend sein kann, hatte ich mir dennoch etwas Erholung von unserem Alltag zu hause erhofft. Und genau da ist das Stichwort: erhofft. Die Realität sah nämlich etwas anders aus. Aber zunächst einmal von vorn. Was ist eine Mutter-Kind-Kur und wie kommt man dazu? diese Fragen möchten ich dir hier einmal beantworten.

Beantragung Mutter-Kind-Kur

Eine Kur bei deiner Krankenkasse zu beantragen ist relativ einfach. Du musst dir lediglich die entsprechenden Unterlagen bzw. Formulare zusenden und von deinem Haus- und Kinderarzt ausfüllen lassen. Grundsätzlich hat man bei entsprechenden gesundheitlichen Probleme (wie chronische Erkrankungen, Schlafstörungen, Rückenprobleme, depressive Verstimmungen, Burn-Out-Symptome etc.) alle vier Jahre Anspruch auf eine Kur. Alleinerziehende bereits alle zwei Jahre. Unsere Krankenkasse, die Securvita, genehmigte auch sofort und ohne Probleme. Bei der Kur stellte sich heraus, dass dies scheinbar nicht bei jeder Krankenkasse der Fall ist und es auf die Formulierungen des Arztes im Attest ankommt. Oft lohnt sich aber ein Widerspruch und die Kur wird am Ende dann doch genehmigt.

Die Kureinrichtung: Alpenhof in Rettenberg

Da wir zur Zeit der Beantragung noch bei einer anthroposophischen Ärztin waren empfahl sie uns den Alpenhof in Rettenberg. Obwohl ich nicht immer hundertprozentig hinter der Anthroposophie stehe und manche Ansichten auch wirklich etwas schräg und übertrieben finde, habe ich mich dennoch für diese Kureinrichtung entschieden. Nicht zuletzt haben die geringe Anzahl an Zimmern, die Lage und das Essen aus biologischem Anbau überzeugt.

Die Therapien während der Kur

Die Therapien bestanden aus Einzelbehandlungen und Gruppentherapien. Diese wurden, je nach Diagnose, vom Kurarzt festgelegt. Fester Bestandteil war zweimal wöchentlich eine Morgenwanderung. Leider konnte ich an dieser nicht ein einziges Mal teilnehmen. Das Abgeben des Minis in der Betreuung hat morgens dann doch meistens etwas länger gedauert und ich habe es somit immer verpasst. Es war manchmal etwas knapp mit der Zeit zwischen Kinder abgeben und erster Behandlung. Das ist gerade für Mütter mit kleinen Kindern, die meistens ja doch etwas länger zur Eingewöhnung brauchen, ungünstig. Ansonsten stand noch Eurythmie, Musiktherapie, Beckenbodengymnastik und Massagen auf meinem Therapieplan.

Die Zimmer im Kurheim

Es gibt sowohl Einzelzimmer mit separaten Kinderzimmer sowie Zimmer in denen man sich mit einer anderen Familie ein Bad teilt. Wir hatten Glück und haben ein Zimmer für uns allein bekommen. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig geschockt war, dass es überhaupt doppelte Zimmer mit gemeinsamen Bad gibt. Der Tagesablauf ist stark durchstrukturiert und gerade in der Früh ist die Zeit, wenn man nicht gerade mitten in der Nacht aufstehen will, recht knapp. Es gibt ab halb 8 Frühstück und halb 9 beginnen die ersten Therapien. Davor müssten natürlich noch die Kinder fertiggemacht und in die entsprechenden Spielgruppen gebracht werden. Und wenn man sich dann mit einer anderen Familie ein Bad teilt und am Morgen 6 Personen da rein müssen kann es schnell mal ziemlich chaotisch werden.

Das Essen

Das Essen stammt ausschließlich aus biologischem Anbau. Einmal pro Woche gibt es Fleisch und Fisch, ansonsten ist die Ernährung überwiegend vegetarisch. Die Ernährung ist relativ getreidelastig was mir doch ziemliche Probleme bereitet, da ich kein Gluten vertrag. Hier wurde aber wirklich sehr gut auf Unverträglichkeiten und Sonderwünsche eingegangen, so dass am Ende jeder das Essen bekommen hat, was er brauchte und gut verträgt. Ich denke, dass wird nicht in allen Kureinrichtung der Standard sein. Es gab zu jeder Mahlzeit frisches Obst und Salate. Der Reisauflauf mit heißer Kirschsoße zum Mittagessen war köstlich. Außerdem wurde gänzlich auf Industriezucker verzichtet. Einmal die Woche, immer freitags, konnten die Kinder in der Spielgruppe sogar selber Brötchen backen.

Aktivitäten außerhalb der Therapien

Der Außenbereich rund um den Alpenhof bietet viel Bewegungsfreiheit und Spielmöglichkeiten. Es gibt mehrere Sandkästen und Schaukeln. Ein kleiner Stall mit Ziegen, Schafen, Hasen und Meerschweinchen gehört auch dazu. Hier können die Kinder den Stalldienstbauch selbst übernehmen und sind dann für das Füttern und Ausmisten verantwortlich. Rund um den Alpenhof gibt es viele verschiedene Wanderrouten um die Berge zu erkunden, welche zum Teil auch schon mit kleinen Kindern gut machbar sind. Ein großer Schlittenberg befindet sich auch in unmittelbarer Nähe des Hauses. Sonntags werden in der Regel kleine Ausflüge vom Kurheim organisiert.

Mein Fazit

Leider sind beide Kinder kurz nach Beginn des Kuraufenthaltes krank geworden. Zuerst hatte es unseren Maxi mit Husten und ziemlich hohem Fieber erwischt. Als er endlich wieder gesund war, hat sich der Minimann einen Magen-Darm-Virus eingefangen. In der dritten Woche hatte es dann so ziemlich jeden im Kurheim erwischt. Es gab keine Familie, die nicht mit Grippe oder anderen Viren zu kämpfen hatte. Februar scheint wirklich ein ungünstiger Monat für eine Kur zu sein. Durch die Krankheiten der Kinder konnte ich viele Therapien nicht wahrnehmen und am Ende habe ich mich dazu entschieden, die Kur vorzeitig abzubrechen. Die Zeit allein mit zwei kranken Kindern, nicht zuhause in der gewohnten Umgebung und die Therapien, die doch einiges aufwühlen, was eigentlich Zeit und Ruhe bräuchte, haben doch sehr an meinen Kräften gezehrt. Ich habe noch erschöpfter gefühlt als bei unserer Ankunft. Die Kurärztin ist auf meinen Wunsch eingegangen und hat mir auch zu einem Abbruch geraten. Ich habe nun die Möglichkeit die Kur zu späteren Zeitpunkt nachzuholen, was ich mit Sicherheit auch tun werde Sobald unser Minimann etwas größer ist. Der Erholungseffekt ist mit einem Kind unter drei Jahren doch nur mäßig. Und obwohl sich gerade unser Maxi sehr gut eingelebt und Freundschaft mit anderen Kindern geknüpft hat war die Freude auf zuhause und den Papa doch riesengroß. Zum Abschluss bevor es nach Hause ging sind wir nochmal mit der Gondel so richtig auf den Berg gefahren und haben ein typisches, bayrisches Mittagessen gegessen. Das hat nämlich bei dem ganzen gesunden Essen irgendwie gefehlt.

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